Wurzelkanalbehandlung (Endodontie)

Wie entsteht ein entzündeter Wurzelkanal?

Eine Entzündung im Zahninneren (Wurzelkanal) ist oft Folge einer tiefen Karies. Im Wurzelkanal befinden sich neben dem Nerv nur wenige, kleine Blutgefäße, die das Gewebe versorgen. Dadurch gelangen vergleichsweise wenige Zellen der Immunabwehr in den Wurzelkanal und die körpereigene Heilung bleibt bei einem entzündlichen Reiz aus. Deshalb kommt es oft zu einer schweren Entzündung mit Eiter und als Folge zu einer bleibenden Schädigung des Zahnnervs. Nur mithilfe einer professionell durchgeführten Wurzelkanalbehandlung (=Endodontie) kann der eigene Zahn erhalten, bleibende Schäden verhindert und Zahnersatz vermieden werden.

Warum sind starke, pulsierenden Schmerzen oft ein Indikator für ein entzündetes Zahninneres?

Der Zahnnerv, der sich im Zahninneren befindet, liegt in einem komplexen Wurzelkanalsystem. Er leitet den Schmerz, der über Kaudruck und Temperaturreize entsteht, an das zentrale Nervensystem weiter. Das ist der Grund, weshalb eine Entzündung im Zahninneren oft mit sehr starken Schmerzen verbunden ist. Bei manchen Patienten ist der Schmerz so extrem, dass sie eine sofortige Extraktion (Ziehen des betroffenen Zahnes) wünschen.

Die gute Nachricht: mit einer professionell und sorgsam durchgeführten Wurzelkanalbehandlung lassen sich die meisten Zähne retten

Zögern Sie bei Schmerzen nicht lange und gehen Sie sofort zu Ihrem Zahnarzt. Eine Schmerzmedikation Ihres Zahnarztes erleichtert die Beschwerden und auch der Zahn ist noch lange nicht verloren. Bei einer professionell durchgeführten Wurzelkanalbehandlung wird das entzündete Gewebe entfernt, das Wurzelkanalsystem desinfiziert und gefüllt. Danach muss der Zahn bakteriendicht verschlossen werden. Wird der Eingriff von einem erfahrenen Spezialisten sorgsam und gründlich gemacht, ist der Zahn danach wieder entzündungs- und damit beschwerdefrei und kann langfristig seiner Aufgabe nachgehen.

Was passiert bei einer professionell durchgeführten Wurzelkanalbehandlung?

Warum die hier aufgeführten Schritte echte Erfolgsgaranten sind!

Die beste Vorbereitung ist die Isolation des betroffenen Zahnes mit einem Kofferdam:

Um das betroffene Zahninnere vor Bakterien, die sich im Speichel befinden, zu schützen, wird der Zahn in einem ersten Schritt mithilfe eines Gummituchs (der sogenannte Kofferdam) vom restlichen Mundraum isoliert. Das Anbringen eines Kofferdams ist zwar aufwändig, verzichtet der behandelnde Zahnarzt jedoch auf diesen Schritt, dringen Bakterien über den Speichel in das Wurzelkanalsystem ein und machen eine ordentliche Desinfektion unmöglich. Darüber hinaus hat der Zahnarzt mit Hilfe des Kofferdams den zu behandelnden Zahn im Fokus und dadurch eine ideale Sicht. Gerade bei einem feingliedrigen, kaum sichtbaren Wurzelkanalsystem ist dies ein großer Vorteil.

ein Kofferdam schützt das Wurzelkanalsystem vor dem Eindringen von Bakterien

Ein Kofferdam schützt das Wurzelkanalsystem vor dem Eindringen von Bakterien.

Professionelle Vergrößerungssysteme ermöglichen ein präzises Arbeiten

Um die einzelnen, grazilen Kanäle des komplexen Wurzelkanalsystems zu finden, aufzubereiten und zu desinfizieren, ist die Arbeit mit einer Lupenbrille oder mit einem Mikroskop unabdingbar und sichert die Aussicht auf ein positives Ergebnis.

Das komplette Wurzelkanalsytem muss sorgsam gereinigt und desinfiziert werden

Im nächsten Schritt werden die entzündlichen Bestandteile der Wurzelkanalwand mit speziellen Feil-Instrumenten abgetragen. Um eine erneute Eiterbildung zu vermeiden, muss der Behandler das gesamte Wurzelkanalsystem mit größter Sorgfalt bis zur Wurzelspitze reinigen, so dass keine Bakterien verbleiben. Mit Hilfe der Endometrie wird die genaue Länge bis zur Wurzelspitze ermittelt. Dank diesem modernen Hilfsmittel kann der Zahnarzt die Desinfektion über die volle Länge der Wurzelkanäle sicherstellen. Desinfizierende Spüllösungen und Ultraschall binden das mechanisch abgetragene Gewebe und spülen es aus den Wurzelkanälen.

Nur ein perfekt versiegeltes Wurzelkanalsystem hat Aussicht auf Erfolg

Nach sorgsamer Reinigung und Desinfektion füllt der Zahnarzt die Wurzelkanäle mit einem biologischen Füllmaterial (= Guttapercha, Produkt des Gummibaums). Da auch die beste Wurzelfüllung zunächst nicht bakteriendicht ist, muss verhindert werden, dass sich Keime auf der Wurzelfüllung ansiedeln können. Dies kann nur durch eine bis in das obere Drittel des Wurzelkanals verklebte Füllung aus High-Tech Compositmaterial erreicht werden. Wird dies nicht in dieser Weise durchgeführt, verringert sich die Aussicht auf Erfolg drastisch.

Eine geeignete Versorgung schützt den wiederhergestellten Zahn

Wichtig für die weitere Lebensdauer des erfolgreich wurzelkanalbehandelten Zahnes ist eine entsprechende Versorgung, denn sie dient der Stabilisierung des Zahnes. Teilkronen oder Kronen sind besonders gut geeignet, da sie die Kaubelastung gleichmäßig verteilen und die Gefahr eines Bruchs vermeiden. Ist die Zahnsubstanz nur in geringem Maße reduziert, kann die Füllung mit High-Tech Compositmaterial bereits ausreichend sein.